Bilanz DB AG: Bahn benötigt 150 Milliarden Euro

Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert beziffert den Bedarf der Bahn aus dem Sondervermögen Infrastruktur in den nächsten zehn Jahren auf 150 Milliarden Euro. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur würden sich Spielräume für eine umfangreiche Sanierung der Bahn eröffnen, die bis vor kurzem noch undenkbar waren. Am Donnerstag stellt DB-Vorstandschef Richard Lutz die Jahresbilanz für 2024 vor.

„Jetzt ist die kommende Bundesregierung in der Verantwortung, die Bahn wieder in die richtige Spur zu bringen. Die Bahn ist mehr als eine Ansammlung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, eine starke Bahn ist wichtig für das Gemeinwohl in Deutschland. Politik und Bahn-Vorstand müssen das verstehen und endlich für mehr Qualität und Pünktlichkeit sorgen“, so Burkert.

Damit das funktioniere, brauche es jetzt schleunigst konkrete Pläne. „Bei dem Sanierungsprogramm S3 bleibt die Bahn aber bisher Ideen und Transparenz schuldig. Es gibt keinerlei Konzepte, wie die dringend notwendige Erneuerung der 200 Stellwerke angegangen werden soll. Beim Versuch, DB Cargo wieder in die Gewinnzone zu führen, setzt man auf das Prinzip Hoffnung.“ Und auch eine Zukunftsstrategie für die Instandhaltungswerke, die für einen reibungslosen Bahnbetrieb immens wichtig seien, seien bisher auf der Strecke geblieben.

„Die Aufgaben für Bahnvorstand und die neue Bundesregierung sind groß,“ betont Burkert. „Ansonsten droht aus dem großen Sanierungsprogramm ein Abwicklungsprogramm zu werden. In den Aufsichtsräten werden wir den Finger in die Wunde legen und eine klare Strategie einfordern. Wir wollen, dass die Beschäftigten, aber auch die Fahrgäste, endlich wieder stolz auf ihre Bahn sein können.“