DGB-Vielfaltskonferenz: „Vielfalt heißt Freiheit - Perspektiven für Arbeitswelt und Gesellschaft"
Am Dienstag und Mittwoch hat im Hans-Böckler-Haus in Berlin die DGB-Vielfaltskonferenz stattgefunden. Unter dem Motto „Vielfalt heißt Freiheit - Perspektiven für Arbeitswelt und Gesellschaft" setzte der DGB ein klares Zeichen für die Bedeutung von Vielfalt als Fundament sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Werte.
DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel eröffnete die Konferenz und die begleitende Vielfaltsausstellung. Veuve Noire, Botschafterin der Olivia Jones Family, teilte in ihrem Vortrag persönliche Erfahrungen und betonte die Relevanz von Bildungsarbeit zur Förderung von Vielfalt. Offen berichtete sie über ihre Jugend, die von Hass, Mobbing und Gewalt geprägt war - Erfahrungen, die sie fast in den Suizid trieben.
Ein zentrales Thema der Konferenz war die Bedeutung von Vielfalt in der Arbeitswelt. Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, stellte klar: „Vielfalt ist integraler Bestandteil der Gewerkschaften und muss in den Betrieben gelebt werden.” Diese Aussage wurde durch Ferda Ataman, unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, untermauert. Sie machte deutlich, dass zwei Drittel der Anfragen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) aus dem Arbeitskontext stammen - ein besorgniserregendes Signal.
Das abendliche Politik-Panel widmete sich der Frage: „Vielfaltspolitik in der Krise - Wer handelt und wer redet nur?“ Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi stellte fest, dass es in der vergangenen Legislaturperiode durchaus Fortschritte gegeben habe - wie beispielsweise die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes. Doch gleichzeitig sei die öffentliche Debatte zunehmend von rechten Kräften vergiftet, die gezielt gegen Vielfalt mobilisieren. In der Diskussion wurden klare Forderungen laut: Vielfalt, vor allem die erreichten Errungenschaften, müssen aktiv geschützt und gefördert werden - in der Politik, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft.
Der zweite Konferenztag bot praxisorientierte Workshops zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Organisationen. Ein Highlight war die Vorstellung des Projekts „Demokratie schützen, Grundwerte stärken“ der Siemens AG Berlin, das mit dem Goldpreis des Deutschen Betriebsrätepreises ausgezeichnet wurde.
Die Konferenz unterstrich die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um Vielfalt zu schützen und zu fördern. Weitere Informationen findet ihr in der nächsten Ausgabe der imtakt.